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Warum hat mein Hund immer wieder Durchfall? Erkenne die Ursachen und was wirklich hilft.

21. Sept.
8 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 22. Sept.



Dein Hund hat immer wieder Durchfall? Ursachen erkennen und deinem Hund nachhaltig helfen.

Weicher Kot, schleimiger Kot, wässriger Kot. Dann wieder alles normal. Du atmest auf – und wenige Tage später beginnt alles von vorn. Immer und immer wieder Durchfall, immer wieder das verzweifelte Gefühl, was kann ich denn noch tun? Warum geht es meinem Hund nicht besser? Warum hat mein Hund immer wieder Durchfall?

Genau solche Fälle begegnen mir in meiner Ernährungsberatung regelmäßig. Hunde, deren Verdauung einfach nicht zur Ruhe kommt und Menschen, die verzweifelt sind und nicht mehr weiter wissen. Die gute Nachricht ist, Durchfall der immer wiederkommt, hat meistens auch eine Ursche. Die Herausforderung besteht darin die Ursache zu finden, zu verstehen und dort anzusetzen, um deinem Hund nachhaltig zu helfen.


Was ist überhaupt Durchfall?

Durchfall (Diarrhoe) ist ein zu weicher, ungeformter Kot, der häufig auch vermehrt in seiner Absatzhäufigkeit ist. Das kann einfach ein Schutzmechanismus des Körpers sein, um eventuelle Giftstoffe, Unverdauliches oder auch Pathogene, also Krankheitserreger, auszuscheiden. Es kann also sehr viele verschiedene Ursachen oder Auslöser geben – das Futter oder einzelne Futterbestandteile, unterwegs Aufgenommenes, Darmparasiten, Infekte, verschiedene Erkrankungen aber auch Stress. Durchfall kann akut auftreten (für 12 bis 48 Stunden), chronisch (längerer Zeitraum, min. 3 Wochen) oder wiederkehrend (mit stabilen Phasen zwischendurch).

Auch kann der Durchfall in ganz unterschiedlichen Facetten auftreten: von weich, aber noch wurstförmig bis hin zu komplett flüssig. Es können auch dabei sein Schleimauflagerungen, Blut im Stuhl oder dem aufgelagert, auch Farbe und Geruch können unterschiedlich sein und auf verschiedene Erkrankungen oder grundlegende Probleme hindeuten.

Merke dir: Durchfall an sich ist keine Krankheit, es ist immer ein Symptom. Darum ist es wichtig, die Ursache auszumachen und sich nicht damit zufriedenzugeben, den Kot wieder fester zu bekommen.


Wann sollte ich mit meinem Hund zum Tierarzt gehen?

Grundsätzlich muss man nicht sofort zum Tierarzt gehen, wenn der Hund mal Durchfall oder weicheren Kot hat. Gerade wenn er einmalig, kurzzeitig auftritt und es dem Hund ansonsten gut geht, er normal frisst und keine weiteren Auffälligkeiten zu erkennen sind.

Achtung, bei Welpen aber auch bei Senioren oder generell geschwächten Hunden, kann ein Durchfall schnell lebensbedrohlich werden. Hier sollte man gegebenenfalls zeitnah zum Tierarzt gehen, also nach Möglichkeit innerhalb der ersten 12 Stunden.


Wenn dein Hund

·      Blut im Kot hat

·      apathisch wirkt

·      nicht frisst und trinkt

·      Fieber hat

·      Schmerzen zeigt

·      (wiederholt) erbricht

·      Gift aufgenommen haben könnte

·      ein Welpe unter 6 Monate ist

solltest du umgehend zum Tierarzt gehen.


Auch wenn der Durchfall länger als 48 Stunden anhält, kann es empfehlenswert sein einen Tierarzt aufzusuchen. Wenn möglich kann auch immer direkt etwas Kot mitgenommen werden, einfach in einem entsprechenden Gefäß aus der Apotheke oder vom Tierarzt oder in einem heiß abgekochten Glasgefäß, notfalls einfach in einem Kotbeutel. So kann sich der Tierarzt direkt ein Bild von Geruch, Konsistenz und Farbe machen und wenn nötig auch einen Test auf Parasiten durchführen.


Warum hat mein Hund immer wieder Durchfall?

Ursachen für Durchfall gibt es sehr viele. Durchfall kann

·      ernährungsbedingt sein

·      mit Erkrankungen in Verbindung stehen

·      durch Parasiten ausgelöst werden

·      er kann stressbedingt auftreten

·      durch Medikamente verursacht sein

·      aufgrund von Vergiftungen auftreten


Wichtig ist, Durchfall selbst ist keine Erkrankung, sondern ein Symptom für etwas anderes. Das Ziel sollte also immer sein, die Ursache zu finden und nicht nur das Symptom zu beseitigen.

Lasst uns ein klein wenig tiefer in einige der möglichen Ursachen eintauchen.


Ernährung & Unverträglichkeiten

Der Verdauungsapparat ist ein fein aufeinander abgestimmtes System, mit einzelnen Stationen, die miteinander in Verbindung stehen und auch abhängig voneinander arbeiten. Das heißt, wenn an einer Stelle des Verdauungsapparates etwas nicht ausreichend gut arbeitet, kann das Auswirkungen auf andere Bereiche oder sogar auf den gesamten Körper haben. Denn was 2 Hauptaufgaben der Verdauung sind, ist Bereitstellung von Energie und Nährstoffen.


Hat dein Hund Durchfall, kann das dieses empfindliche System aus dem Gleichgewicht bringen. Dauert der Durchfall längere Zeit an oder hat dein Hund immer wieder Durchfall, kann es sein, dass nicht mehr ausreichend Nährstoffe über den Darm aufgenommen werden oder auch Folgeerkrankungen entstehen.


Ebenso kann es sein, dass bestimmte Futtermittel oder Bestandteile in der Fütterung dazu führen, dass dein Hund Durchfall bekommt. Mögliche Auslöser können hier sein

·      zu häufige Futterwechsel, die Verdauung kann sich nicht so schnell anpassen

·      ein zu hoher oder nicht passender Fettgehalt im Futter

·      schwer oder unverdauliche Bestandteile

·      minderwertige, bzw. Bestandteile, dein Hund nicht verträgt oder verdauen kann

·      zu viele oder unpassende Leckerchen oder Kauartikel


Auch mit dem Futter im Zusammenhang stehend, ist es möglich, dass eine Unverträglichkeit oder Allergie gegen bestimmte Futtermittel vorliegt. Das ist ein sehr komplexes Thema, das in einem anderen Artikel tiefer betrachtet werden wird. Wichtig – der absolute Goldstandard, um herauszufinden, welche Futtermittel für deinen Hund nicht passend sind, ist eine Ausschlussdiät, die fachmännisch begleitet werden sollte, da es entscheidende Punkte zu beachten gibt.


Stress

Auch Stress kann durchaus ein Auslöser von Durchfall sein. Hier haben ganz wichtig das Nerven- und das Hormonsystem ihre Finger mit im Spiel. Das System ist sehr komplex, beteiligt ist das vegetative Nervensystem, Sympathikus und Parasympathikus und auch Hormone wie Cortisol, Adrenalin und Noradrenalin. Stark vereinfacht kann man sagen, hat der Körper Stress, hat er Wichtigeres zu tun, als sich mit Verdauung zu beschäftigen. Es wird also alles, was mit Verdauung zusammenhängt hintenangestellt. Das kann sich u.a. in Erbrechen, Verstopfung oder auch Durchfall zeigen. Was dein Hund als Stress empfindet, ist ganz individuell. Der eine Hund empfindet allein bleiben als Stress, der nächste Hund zu viel oder zu wenig Auslastung, ein anderer Hund Begegnungen mit anderen Hunden und wieder ein anderer Hund hat Stress zum Beispiel durch Schmerzen.

Unterschätze diesen Faktor also nicht und beobachte lieber einmal mehr. Sicher hast du auch schonmal von der Darm-Hirn-Achse oder dem Darm-Hirn gehört? Auch das spielt hier eine wichtige Rolle, wird aber an anderer Stelle genauer erklärt. Ebenso wie die entscheidende Rolle des Darmmikrobioms. Deshalb kann nicht nur Stress die Darmgesundheit beeinflussen – auch ein Darm, der dauerhaft gereizt ist, kann mit dem Verhalten deines Hundes zusammenhängen.


Erkrankungen

Des Weiteren kann Durchfall auch ein Symptom verschiedener Erkrankungen sein. Recht häufig sieht man veränderte oder wechselhafte Kotkonsistenz bei Erkrankungen des Dünndarms oder des Dickdarms, vor allem wenn entzündliche Prozesse eine Rolle spielen. Auch bei Erkrankungen der Leber, Galle oder Bauchspeicheldrüse ist Durchfall oder weicher schlecht geformter Kot ein häufiges Symptom.


Was hier in die Beobachtungen ganz wichtig mit reinspielt, sind auch wieder u.a.

·      Farbe

·      Geruch

·      Konsistenz

·      sind unverdaute Futterbestandteile zu erkennen

·      sind non-food Teile im Kot zu sehen

·      sind Parasiten zu erkennen

·      wirkt der Kot klebrig, fettig glänzend oder fluffig

·      ist Blut aufgelagert

·      ist der Kot schleimig oder in eine Schleimhülle gepackt


Du merkst also, beobachten ist das A und O, um der Sache auf den Grund zu gehen. Kein Durchfall ist wie der andere und wenn man genau hinschaut, lassen sich durchaus Zusammenhänge erkennen.


Was du tun kannst, wenn dein Hund immer wieder Durchfall hat.

Das bringt uns auch zu dem, was du tun kannst, wenn dein Hund immer wieder Durchfall hat, der Kot immer wieder wechselhaft ist, vielleicht auch Schleim oder Schleimhüllen aufgelagert sind.

Wir Alle haben ein Leben, die Tage sind oft voll, so viel passiert. Da ist es schnell mal so, dass man meint, sich bestimmte Ereignisse oder Auffälligkeiten zu merken. Tatsächlich ist es aber so, dass das Meiste im Trubel des Alltags untergeht.


Eine Sache, die ich allen meinen Kunden an die Hand gebe, ist ein Futtertagebuch zu führen, vor allem wenn der Hund immer wiederkehrende Themen hat und sich bisher keine Zusammenhänge erkennen lassen.

Was gehört also in ein Futtertagebuch und was solltest du beachten, wenn du ein solches führst? Wichtig ist, dass du das Futtertagebuch für deinen Hund systematisch führst, also regelmäßig bestimmte Daten aufzeichnest. Ob du das mit einem einfachen Notizbuch, auf deinem Handy oder PC oder über ein fertiges Futtertagebuch machst, ist ganz dir überlassen. Wichtig ist, dass du konstant und über einen Zeitraum von 4 bis 12 Wochen beobachtest.


Welche Daten sollten auf jeden Fall aufgenommen werden?

·      Datum, grobe Infos zu Wetter / Temperatur

·      wie geht es deinem Hund / Stimmung

·      was und wie viel hat dein Hund gefressen / getrunken

·      welche Futterzusätze & Medikamente hat er bekommen

·      was gab es an Snacks, Kauartikeln oder was hat dein Hund vielleicht von der Straße aufgenommen

·      wie sehen Kot und Urin aus, ggf. incl. Häufigkeit

·      wie war das Bewegungs- / Beschäftigungslevel

·      was hat dein Hund für Symptome (z.B. Bauchgeräusche, schmatzen, jucken usw.)

·      was ist eventuell sonst auffällig gewesen am Tag oder im Verhalten oder Befinden deines Hundes


Darüber hinaus geht natürlich immer auch mehr, das sind meiner Erfahrung nach, die wichtigsten Punkte. Das klingt anfangs nach viel Aufwand. Vieles kann man über ein Ankreuzschema aufnehmen und mit der Zeit gewöhnt man sich auch daran die Seiten auszufüllen. Vor allem, wenn man merkt, was es an Erkenntnissen bringen kann. Denn ohne das Erkennen von Zusammenhängen, kann es schwer werden die Ursache zu finden und deinem Hund nachhaltig Besserung zu bringen.


Erste Hilfe bei Durchfall

Was kannst du im Akutfall machen, wenn dein Hund Durchfall hat? Erstmal durchatmen. Die Tipps, die du als Ersthilfe hier siehst, sind ganz allgemein gehalten, was deinem Hund hilft, kann ganz individuell sein.

Bitte sprich also im Zweifel immer mit deinem Tierarzt, Tierheilpraktiker oder Ernährungsberater.


·      wichtig ist, auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu achten; dein Hund verliert über den Durchfall mehr als sonst, also sollte genug zugeführt werden – nutze hier auch den Hautfaltentest: wenn du die Nackenfalte deines Hundes abhebt, sollte sie sich innerhalb von 1 bis 2 Sekunden wieder absenken

·      sehr beliebt und eine gute Möglichkeit nach einer kurzen Fastenzeit wieder langsam einzusteigen, ist die Moro´sche Karottensuppe; frisst dein Hund sie nicht so, kannst du etwas ungewürzte, magere Fleischbrühe dazu geben

·      wird das gut vertragen, kann zur Moro´schen Karottensuppe auch langsam etwas mageres gekochtes Fleisch dazu gegeben werden

·      Opferprotein nutzen: bei Durchfall kann die Darmbarriere geschwächt sein, es kann also passieren, dass dein Hund Unverträglichkeiten gegen Futterbestandteile entwickelt, die während des Durchfalls gefüttert werden; es kann also sinnvoll sein, eine Proteinquelle zu wählen (mager!), die man nur während des Durchfalls füttert


Darüber hinaus gibt es weitere Hilfsmittel, wie z.B. Flohsamenschalen, Brombeerblättertee oder auch Huminstoffe. Diese und weitere sollten aber individuell gewählt werden und sollen hier nicht als generell passend aufgeführt sein.

Wichtig: Diese Tipps ersetzen keine tierärztliche Untersuchung, wenn dein Hund schwere Symptome zeigt oder der Durchfall anhält.


Die größten Fehler bei Durchfall

Ich persönlich finde es immer schwer von Fehlern zu sprechen, wo doch die meisten Hundehalter das Beste für ihren Hund im Sinn haben. Dennoch gibt es den ein oder anderen Punkt, den man versuchen sollte zu vermeiden.

Dazu gehört in erster Linie, dass es nicht empfehlenswert ist, das Futter wild zu wechseln, in der Hoffnung, dass der Hund mit irgendwas anderem besser zurechtkommen wird. Es gilt in jedem Fall – Weniger ist Mehr! Das Ziel ist den Verdauungsapparat zu entlasten und Ruhe und Stabilität reinzubringen. Dafür sollte die Fütterung so einfach wie möglich sein, hochverdaulich und mager.


Ebenso hält es sich mit Zusätzen oder Ergänzungen, die Besserung versprechen. Lieber weniger als mehr und lieber Produkte, die einfach gehalten sind und nicht zig unnötige Bestandteile enthalten. Vor allem aber, eins nach dem anderen.


Weiterhin Leckerchen und Kauartikel füttern - gerade Kauartikel sind in der Regel schwer verdaulich und können das Problem weiter verstärken. Brauchst du Leckerchen, dann nimm etwas von deinem gekochten mageren Fleisch, das du als Schonkost fütterst.


Zuletzt mit aufführen möchte ich – zu spät um Hilfe bitten! Wenn du dir unsicher bist, dann bitte geh zum Tierarzt oder kontaktiere deinen Tierheilpraktiker oder Ernährungsberater. Manchmal ist man beim eigenen Hund emotional zu nah dran und braucht einen Blick von außen oder tatsächlich Hilfe. Lieber einmal mehr gefragt, als dass es deinem Hund nicht gut geht, oder?

Bitte, an dieser Stelle möchte ich dir aus der Erfahrung heraus sagen, probiere nicht jeden gelesenen oder gehörten Tipp einfach aus, sortiere und reflektiere und schau, was wirklich zu deinem Hund passt. Wenn nötig, hol die fachmännische Unterstützung.


Fazit

Durchfall ist nichts, womit dein Hund leben muss. Durchfall ist nichts, was halt einfach so ist. Durchfall ist ein Symptom und man sollte sich auf die Suche nach der Ursache machen. Du kannst deinem Hund helfen, indem du für Linderung sorgst und auf längere Sicht versuchst Zusammenhänge zu erkennen und so die Ursache auszumachen, die du dann angehen kannst.


Du hast schon etliches ausprobiert? Verschiedene Futtersorten, unterschiedliche Fütterungsformen, Darmaufbau und so weiter? Trotzdem hat dein Hund immer wieder Durchfall? In meiner Ernährungsberatung schauen wir uns gemeinsam die möglichen Ursachen an und entwickeln einen Plan, der zu deinem Hund passt – statt immer nur das nächste Futter auszuprobieren.

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Dr. Franka S. Schaebs

Sprich Hund Trainer

Ganzheitliche Ernährungsberatung für Hunde in Frohburg, Landkreis Leipzig & online

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